Eine Polemik

Hoffentlich haben die Printmedien noch andere Antworten auf aktuelle Medienentwicklungen parat: Dass Internet-Content nun mehr und mehr zahlungspflichtig wird (bald auch bei blick.ch), kann nur als Zeichen von Verzweiflung gedeutet werden.

Für diese Hypothese spricht insbesondere, dass ein Ringier-Verantwortlicher mit nur gerade zwei Prozent Zahlungswilligen rechnet. Es gehe jedoch darum, einen Kulturwandel – weg vom „Kostenlos-Internet“ – einzuleiten. Unternehmer, die glauben, Kultur sei instruktiv zu verändern, bevölkern seit Jahrzehnten Konkursämter.

Lasst euch von einem engagierten Zeitungsleser ermutigen: Es gibt bessere Möglichkeiten, Geld zu verdienen und dabei journalistische Sinnhaftigkeit herzustellen. Für den BLICK übrigens stellt sich die wenig originelle Frage, wie sich das Blatt deutlicher als bisher vom 20Minuten-Niveau abheben könne. Für mich ist der BLICK nichts anderes als die Fortsetzung von 20Minuten in roten Lettern.

Der Suchmaschinen-Gigant sei schuld. Doch gerade die Verlagshäuser wären prädestiniert (gewesen), uns das Internet zu entschlüsseln und zu erschliessen. Dass die Suchmaschinen-Services nicht von Verlagen „erfunden“ wurden, ist kein Zufall. Und dass bei der internet-getriebenen Neuorganisation von Information kein Verlagshaus hauptverantwortlich dabei ist, ist ebenfalls kein Zufall.

Ich freue mich auf andere Antworten aus den Verlagshäusern. Beispielsweise hätte es mich interessiert, Details über das FTD-Konzept zu erfahren, dass vom Prinzip „Wochenausgabe“ und Internet-Journal ausgegangen sein soll.