Open-Access-Plattform

Seit diesem Monat gibt es die deutsche Internet-Plattform Open Access. Open Access steht für den freien Zugang zu wissenschaftlicher Information. Ziel der Open-Access-Plattform ist es, Informationen zum Thema zu fokussieren. Tatsächlich ist der Informationsbedarf gerade in diesem Bereich – der Distribution von wissenschaftlichem Wissen – besonders hoch. Dem Projekt liegt folgende Definition von Open Access zu grunde:

“Open Access meint, dass diese Literatur kostenfrei und öffentlich im Internet zugänglich sein sollte, so dass Interessierte die Volltexte lesen, herunterladen, kopieren, verteilen, drucken, in ihnen suchen, auf sie verweisen und sie auch sonst auf jede denkbare legale Weise benutzen können, ohne finanzielle, gesetzliche oder technische Barrieren jenseits von denen, die mit dem Internet-Zugang selbst verbunden sind. “

Individuelles Wissensmanagement

Von Gabi Reimann, Universität Augsburg, gibt es ein Konzeptpapier mit dem Titel Individuelles Wissensmanagement – ein Rahmenkonzept für den Umgang mit personalem und öffentlichem Wissen (PDF, 23 Seiten). Der Text stammt von 2005, ich bin erst heute auf ihn aufmerksam gemacht worden. Reimann arbeitet unterschiedliche Wissensformen heraus und geht schliesslich auf die Differenz personales vs. öffentliches Wissen ein. Schliesslich geht es um die Instrumente zur Förderung des individuellen Wissensmanagements. Hilfreich sind auch die weitverzweigten Literaturangaben zum Thema.

Informatik-Kompetenz von Frauen

“Frauen aus Deutschland sind Vorreiter im Umgang mit Computern. 51 Prozent haben mittlere bis gute PC-Kenntnisse.” Dies ist das Fazit einer aktuellen in Berlin vorgestellten BITKOM-Studie, die alle 27 EU-Länder miteinander vergleicht. BITKOM ist das Kürzel für den Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien. Auf den Spitzenplätzen sind einmal mehr die Nordländer, Platz eins hat Dänemark inne. Und weiter im O-Ton:

“Durchschnittlich verfügen 41 Prozent aller Frauen in der EU über mittlere bis gute Computer-Kenntnisse. “

Auf dem letzten Platz übrigens liegt Bulgarien. Zur Grafik von BITKOM

Computerspiele und Aggressivität von Kindern

Medienwirkungsstudien sind anforderungsreich. Denn nur auf den ersten Blick und nur unter alltagsnaiver Perspektive lassen sich einfache Zusammenhänge – zum Beispiel zwischen Gewaltdarstellung in Computerspielen und Aggressivität von Kindern – herstellen. Zu unterschiedlich sind die Kontexte des Medienkonsums (Stichwort: Bedeutung von Peergroups) und zu unterschiedlich sind die Rezipienten. Vor diesem Hintergrund erstaunt es nicht, dass eine neue Studie (Quelle: Heise) zum Schluss kommt, Computerspiele würden bei vielen Kindern kaum Aggressivität bewirken. Heise verweist auf die Forschungsarbeiten des australischen Wissenschaftler Grant Devilly. Weiter bei Heise

Luhmann als Podcast

Wer sich für die Luhmannsche Systemtheorie interessiert, in welcher der Medienbegriff übrigens eine nicht unbedeutende Rolle spielt, wird vom Auer Verlag mit Podcasts bedient. Vierzehn Vorlesungen zur Einführung in die Systemtheorie – O-Ton Luhmann – stehen zum Download bereit. 5 Euro pro Vorlesung bezahlt, wer es nicht lassen kann.

Hoher Medienkonsum und Fettleibigkeit

Hoher Medienkonsum führe bei Kindern tendenziell zu Fettleibigkeit. Das ist eine Annahme, die alltagslogisch zu sein scheint und nicht selten kolportiert wird. Eine aktuelle – bei Heise zitierte – Studie zeigt, dass ein solcher Zusammenhang nicht besteht. Weiter bei Heise

Jean Baudrillard: Das Verschwinden des Realen

“Das ganze Verschwinden der Kunst … liegt in der Kunst des Verschwindens.”

Jean Baudrillard, der Philosoph, der sich mit den Verwandlungen und dem Verschwinden “des Realen” in endlosen Schlaufen der Sumulation beschäftigt hat, ist (am Dienstag) 77-jährig in Paris gestorben. Baudrillard hat die Diskussionen um die Mediengesellschaft wesentlich geprägt. Seine Idee der Zeichenwelten, die zunehmend an Eigendynamik gewinnen, das Reale überformen, und es schliesslich zum Verschwinden bringen, ist inzwischen fester Bestandteil des Ideensortiments der Postmoderne.

Zukunft des Internets

Referat in St. Gallen

Im Rahmen der Vorlesungsreihe “Netzwelten – die Welt der Netze in Naturwissenschaft und Technik” wird am Mittwoch, 24.1.2007, Andreas Rinkel, Professor an der Hochschule Rapperswil, ein Referat zur Zukunft des Internets halten. Er äussert sich heute im St. Galler Tagblatt über die Entwicklung des Internets. Rinkel erklärt dem Tagblatt gegenüber, er halte die Gesellschaft für mündig genug, den Gefahren des Internets zu begegnen. (Universität St. Gallen, Raum A 112, 20.15 Uhr)

Der Bart des Bloggers

Das Problem, ständig mit wenig abgesicherten oder kaum methodentransparenten Ergebnissen irgendwelcher Studien konfrontiert zu werden, ist nicht neu, vor allem nicht in der Blogszene. Jan Schmidt, Soziologe und Blogger, kommentiert eine Studie von friendscout24 (erstellt von Konzept & Analyse), die zu interessanten Ergebnissen kommt, bei der jedoch auf der Basis des Pressetextes nicht hinreichend klar ist, wie diese Ergebnisse zustande gekommen sind. Immerhin kommt die Studie gemäss Pressetext zum Schluss,

“der erwachsene Prototyp-Blogger ist männlich und trägt Dreitagebart”.

Fürs Erste ist anzunehmen, dass nicht die Studie selbst das Problem ist, sondern der Presseaushang, der allzu zuspitzend formuliert ist und die Methodik weitgehend ausblendet lässt. Jan Schmidt bringt methodenkritische Aspekte in seinem Weblog auf den Punkt, zum Beispiel:

“Die Zahl von 13.000 Befragten klingt ja auf den ersten Blick sehr gut, denn viele Befragte = hohe Repräsentativität, right? Nein, leider nicht… Stichproben können nur dann repräsentative Ergebnisse liefern, wenn jede Person aus der Grundgesamtheit die gleiche Chance hatte, in die Stichprobe zu gelangen.”

Weiblich, gebildet, online

Prägnanter als es Heinrich Vaske im Weblog der Computerwoche tut, kann man die aktuelle Studie von Forrester Research zum Thema Weblogs in Europs nicht zusammenfassen:

“Der typische Betreiber eines Weblogs ist … weiblich (57 Prozent), hat eine höhere Ausbildung (47 Prozent), geht jeden Tag online (78 Prozent), verbringt wöchentlich 16 Stunden im Netz — worunter TV- und Printmedien-Konsum leiden — und ist ein Technology Optimist (was immer das bedeuten mag).”

Nicht zum ersten Mal zeigen Studien, dass der Frauenanteil unter der bloggenden Bevölkerung Europas hoch ist. Interessant wäre nun die Nachfrage, ob und allenfalls wie sich die Themenschwerpunkte mit dem steigenden Frauenanteil verändert haben.