Wachstum bei älteren User-Gruppen

Frauen zwischen 55 und 65 Jahren sind die Bevölkerungsgruppe, welche bei Facebook zurzeit die am stärksten anwachsende User-Gruppe sind. Von September bis Februar betrug das Wachstum in dieser Gruppe satte 175 Prozent. Dies bestätigt den Gesamttrend: ältere User-Gruppen gewinnen im Web an Bedeutung.

Mobiles Internet und Geschlecht

Dass Frauen das Internet anders als Männer nutzen, ist keine neue Erkenntnis. Nun zeigt eine aktuelle Studie, auf die Heise verweist, dass dies auch für das mobile Internet gilt. Während Männer stärker News-Dienste nutzen, sind Frauen beim Chatten engagierter. Webbasierte soziale Netzwerke nutzen Frauen und Männer etwa in gleichem Masse. Immerhin dieser letzte Punkt verhindert die einfache Zurechnung der Ergebnisse auf Gender-Klischees. Auch Männer kümmern sich im Internet um “das Soziale”. Zur Heise-Tabelle

Mehr Internet, weniger Fernsehen

Jugendliche wenden sich stärker dem Internet zu und distanzieren sich tendenziell immer deutlicher vom Fernsehen. Dies zeigen aktuell unterschiedliche Studien. Besonders interessant in diesem Zusammenhang ist die aktuelle Studie “Medienkonvergenz Monitoring Report 2008: Jugendliche in konvergierenden Medienwelten” der Universität Leipzig (PDF, 157 Seiten). Dort heisst es beispielsweise:

“Für Jugendliche übernehmen Computer und Internet Funktionen der alten Medien. Wenden sich Jugendliche ausgehend von ihren inhaltlichen Interessen dem konvergenten Medienensemble zu, dann nutzen sie die verschiedenen Angebote meist komplementär. Sie sehen ihren Lieblingsfilm im Fernsehen, holen sich dazu Hintergrundinformationen aus dem Internet und hören sich den Soundtrack an … Neben der komplementären Nutzung zeichnen sich jedoch in den vorliegenden Ergebnissen auch Substitutions- bzw. Displacementeffekte ab…”

Die Leipziger Studie zeigt deutlich: Wird der Geschlechteraspekt nicht mit einbezogen, kommt man zu falschen Schlüssen. Denn männliche und weibliche Jugendliche eignen sich neue Medien unterschiedlich an.

23 Prozent der 65- bis 74-Jährigen im Netz

In Österreich hat der Minister für Konsumentenschutz, Erwin Buchinger, gestern den Internet-Ombudsmann-Bericht 2007 vorgestellt. Für uns interessant sind die aktuellen Zahlen über die Internetnutzung von Seniorinnen und Senioren: Gemäss Auskunft des Ministers nutzen 23 Prozent der 65- bis 74-Jährigen und 48 Prozent der 55- bis 64-Jährigen das Internet. Unbestritten ist, dass das Internet bei der Alltagsbewältigung von zunehmender Bedeutung ist. Bahntickets, Bankgeschäfte, Einkäufe, Reiseplanung usw.: Auch für ältere Menschen wird es zunehmend wichtig, das Internet nutzen zu können.

Social Web: Es wird noch dauern…

In der Fazit-Schriftenreihe ist der Delphi-Report zum Thema “Zukünftige Informations- und Kommunikationstechniken” erschienen. Befragt wurden Expertinnen und Experten, und zwar auf der Basis einer Online-Befragung. 35 Zukunftsthesen konnten die Befragten bewerten und ergänzen. Hier interessieren selbstverständlich vor allem Aussagen zum Social Web (oder Web 2.0). Zum Beispiel:

“Das soziale Web ist auf dem Weg. Bis aber 80 Prozent der Inhalte des Internets als nutzergenerierter Content, als Plattformen für Communities und als Online-Foren bereitgestellt werden, dürften noch etwa 10 Jahre vergehen – oder ein so grosser Prozentsatz wird nie erreicht werden, so die Skeptiker unter den Delphi-Experten. In jedem Fall wird diese Entwicklung immense Auswirkungen auf die Gesellschaft haben – da sind sich alle einig.”

Studie im PDF-Format (von fazit-forschung.de)…

Digitaler Generationengraben

Reto Eugster ist gemeinsam mit Ueli Hagger Leiter des Masterstudiums Sozialinformatik (und Herausgeber des Sozialjournals). Ihn interessieren Fragen der Risiko- und Technikakzeptanz. In diesem Zusammenhang beschäftigt er sich mit der Bedeutung konkreter Nutzungssettings im Hinblick auf Technikskepsis und Technikakzeptanz. Der Begriff des Nutzungssettings bezeichnet die soziale Situation, in der “Technik” zur Anwendung kommt. Im “Autonom”, der “offiziellen Zeitschrift des Seniorenverbandes Nordwestschweiz“, geht er auf Fragen ein. Kann von einem digitalen Generationengraben die Rede sein?

Reto Eugster: “Die Tramfahrkarte gibt es via Handy, der Bankschalter ist auf das Format eines Automaten geschrumpft, wer digital und günstig fotografieren will, muss über PC-Kenntnisse verfügen, um die Bilder zu verarbeiten, wer über kein E-Mail verfügt, wird für sein Kontaktverhalten finanziell bestraft usw. Dies führt natürlich zur Ausgrenzung vor allem der Hochaltrigen, die nach wie vor im Internet unterrepräsentiert sind.”

Zum vollständigen Interview (PDF)

Beiträge für Open-Source-Jahrbuch

Für das Open-Source-Jahrbuch 2008 werden Autorinnen und Autoren gesucht:

“Wie in den letzten Jahren wird auch das kommende Jahrbuch wieder zahlreiche Beiträge aus den Bereichen Wirtschaft, Politik und Wissenschaft enthalten. Wir planen, das Buch zur CeBIT 2008 der Öffentlichkeit und dem Fachpublikum vorzustellen.”

“Bedrohung für redaktionell betriebenen Journalismus”

Im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung haben Steffen Range und Roland Schweins eine Studie vorgelegt. Titel: Klicks, Quoten, Reizwörter: Nachrichten-Sites im Internet – Wie das Web den Journalismus verändert (PDF). In der Studie hinterfragen die beiden Autoren die Art, wie Erfolg beim Online-Journalismus gemessen wird. Sie kommen zudem zum Schluss, dass auf der Basis des Online-Journalismus nichts entstanden sei, was als neues journalistisches Format gesehen werden könne. O-Ton:

“Tatsächlich hat der Online-Journalismus, von wenigen Leuchtturmprojekten wie der Reisereportage km42 auf Spiegel Online abgesehen, die Publizistik weder um neue Gattungen und Erzählformen bereichert noch einen neuen Typus von Journalist hervorgebracht. Auch das Schreiben von Weblogs kann kaum als neues Format, sondern eher als Verzicht auf journalistische Stilformen angesehen werden.”

Erschwert wird die Situation nach Meinung der Autoren für den Online-Journalismus dadurch, dass

“von Laien betriebene Vor- und Scheinformen von Journalismus in Gestalt sozialer Netzwerke und Weblogs [...] sich als Bedrohung für den redaktionell betriebenen Journalismus”

erweisen. Das Fazit der Gutachter ist eindeutig und pointiert vorgetragen. Es lohnt sich, das 61 starke Papier zu studieren, auch dann, wenn man mit den Grundannahmen von Range und Schweins nicht übereinstimmt.