Ende der Mail-Paradigmen

Die Internet-Entwicklung wird von “Mail-Paradigmen” mehr und mehr entkoppelt, dies zeigen aktuelle Studien. Junge favorisieren die Social-Media-Kommunikation. Kontakte via Mail verlieren an Bedeutung (Aussage bezieht sich auf Deutschland). @HolgerSchmidt im FAZBlog, http://bit.ly/sGfyM7.

Mittelfristig dürfte sich dieser Trend auf andere Altersgruppen und Nutzungstypen ausdehnen. Mail-getriebene Organisationen sind dabei, an ihre “kommunikativen Grenzen” zu stossen.

Digitale Aussenseiter?

Die Initiative D21 legt die Studie “Die digitale Gesellschaft – sechs Nutzertypen im Vergleich” vor. Ein entscheidendes Fazit der Studie: Nach wie vor sind “insgesamt 63 Prozent unserer Gesellschaft nicht oder wenig souverän im Umgang mit der digitalen Technik und ihren Medien”. Vor allem die Gruppe “Trendnutzer” sorgt für Wachstum. Klar ist auch: Bloss die Internet-Anschlüsse zu zählen, wie dies zuweilen üblich ist, reicht nicht aus. Effektive Nutzungstypen und -formen der Medien errechnen sich anders, wie die D21-Studie zeigt.

Zur Studie (PDF), digitale-gesellschaft.de

Jeder ist Verlag für jeden – oder doch nicht?

Online-Verlage mit Bezahldiensten haben es schwer im Internet. Immer mehr “Dokumente” werden grau, halbgrau, schwarz usw. angeboten, in unübersichtlichen Zusammenhängen oft, von Universitäten, Fachhochschulen, Beratungsfirmen – und in Dokumentenportalen. Der wachsenden Bedeutung von Dokumentenportalen widmete sich die NZZ in der letzten Sonnntagsausgabe…

Scribd.com ist ein im NZZ-Artikel genannter Dienst, den ich nutze. Das Potenzial dieser Publikationsform ist enorm, wobei eine weitere Marktbereinigung bei den Publikationsstandards der Sache gut täte…

Verbessert Concept Mapping den Lernerfolg?

Heute bin ich auf eine Studie (2007) von Jasmin Neuroth gestossen, welche Aussagen über Concept Mapping als Lernstrategie macht. Die Studie bezieht sich auf “Chemielernen”, einbezogen waren 177 Schülerinnen und Schüler der 10. Jahrgangsstufe dreier Gymnasien (Deutschland). Erschienen ist das Buch beim Logos-Verlag in Berlin.

Zu den Ergebnissen: Ein eindeutiger Vorteil bei den “Map-Generierern” zeigt sich bei der Nachhaltigkeit des Lernerfolgs nach vier Monaten. “Damit kann man den Schluss ziehen”, so die Autorin, “dass die Map-Generierer die Lerninhalte besser behalten, da sie selbst die Zusammenhänge in Form eines Maps darstellen und somit die Bedeutungen des Textinhalts vertiefen”.

Interessant und ungeklärt ist für mich die Frage, inwieweit sich die Ergebnisse auf Mind Mapping als Lernstrategie übertragen lässt.

Wer Concept Mapping nicht kennt, kann mit dem Tool CMap erste Versuche wagen. Der Selbsttest ist angesagt. Zum Download

Siehe auch: Wissensdarstellungs-Tools

In die Jahre gekommen

In der deutschen “Computerwoche” geht die Journalistin Renate Oettinger einer aktuellen Frage nach: “Welche Unterschiede gibt es bei der Führung jüngerer und älterer Arbeitnehmer?” Sinnfrage, Mentorship, Perspektivenwechsel usw. sind Stichworte zu diesem Text.

Unterschätzt wird meines Erachtens häufig, wie unterschiedlich männliche und weibliche Berufsbiografien verlaufen. Die “Altersfrage” wird nicht selten von der Genderfrage dominiert. Dies trifft übrigens auch ausgeprägt auf den Umgang mit “Technik” zu. Hinzu kommt der Aspekt, dass sich jüngere ältere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter oft nicht als “älter” sehen. Sinnvoll ist es, von den Vorstellungen des Alters auf eine Perspektive des Alterns umzustellen.

Zum Artikel unter computerwoche.de…

eSociety-Ostschweiz rüstet sich

Die FHS St.Gallen, Hochschule für Angewandte Wissenschaften, etabliert zurzeit den Kompetenzbereich eSociety. Hans-Dieter Zimmermann, auch in der Social-Media-Szene kein Unbekannter, leitet diesen Schwerpunkt in der Ostschweiz. Bereits heute ist die Hochschule – über ihre verschiedenen Institute – in unterschiedlichen eSociety-Projekten engagiert. Im kommenden Jahr werden auch Events lanciert. Vor rund einem Monat fand der Sozialinformatik-Event 2010 statt.

58 Prozent der 65- bis 70-Jährigen im Netz

Die heute in der Schweizer Presse mehrfach zitierte und fokussierte Studie der Universität Zürich, Zentrum für Gerontologie, über die Internetnutzung von Senioren, wird unterschiedlich gedeutet. Dass 58 Prozent der Senioren zwischen 65 und 70 surfen, zeigt, dass in diesem Altersbereich der Nutzeranteil gestiegen ist. (85-Jährige = 8 Prozent) Anderseits wird mit dieser Zahl der “digitale Generationengraben” sichtbar. Der Nutzeranteil bei den Jüngeren ist teilweise deutlich höher, insgesamt nutzen rund zwei Drittel der Bevölkerung das Internet.

- Sie Online-Studie von ARD und ZDF, Artikel zur Typologisierung von Nutzern
- NZZ-Artikel

Aneignung von virtuellem Raum

Die Fachzeitschrift des Verbandes Curaviva widmet die aktuelle Nummer (Januar) dem Themenschwerpunkt Soziotechnik. Zu Wort kommt auch die FHS St.Gallen, Reto Eugster (Blogautor medienpraxis.ch), in einem Interview. Susanne Wenger führt durch das Gespräch. Titel des Artikels: “Menschen im Alter können nicht mit moderner Technik umgehen? Ein Vorurteil!”

Im Gespräch wird deutlich, dass nach wie vor so etwas wie ein “digitaler Generationengraben” besteht. Zurzeit sind rund 96 Prozent der 14- bis 29-Jährigen online, bei den über 50-Jährigen sind es rund 40 Prozent. Bei der Generation “60plus” sinkt der Anteil schliesslich unter 30 Prozent. Während 80 Prozent der jüngeren Nutzer aktiv bei Webcommunities mittun, sind es lediglich rund 8 Prozent bei den ältern. Deutliche Unterschiede zeigen sich bei der Art der Internet-Nutzung. Video-Services beispielsweise sind nach wie vor im Fokus jüngerer Anwender. (Quelle: ARD/ZDF Onlinestudie 2009)

Viele Gründe sprechen dafür, dass das Internet gerade für ältere Menschen die Chancen gelingender Alltagsbewältigung verbessert. Eingeschränkte Mobilität, Vereinsamungstendenzen, erschwerter Informationszugang: Mittels Internet könnten solche Hemmnisse relativiert und Partizipationschancen verbessert werden. Dazu bedarf es allerdings eines Know-how-Transfers. Die älteren Menschen müssen dabei unterstützt werden, sich “virtuelle Räume” anzueigenen. Dieser Prozess ist zwar im Gange, er schreitet jedoch zögerlich voran. Die FHS St.Gallen versucht in der Moderationsrolle als Hochschule, diesen Prozess zu unterstützten.

zitat-curaviva

Ausschnitt aus dem Zeitschriftenausschnitt, Curaviva