Der Begriff ist auch in der Schweizer Politik verankert, spätestens seit 2007: einclusion. Unter diesem Label werden Partizipationschancen bzw. -defizite bei der Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) thematisiert.
“Der Bundesrat hat seit 1998 eine Strategie, die für die Informationsgesellschaft in der Schweiz grundlegend ist. Die Strategie betont, wie wichtig es ist, dass alle Einwohnerinnen und Einwohner der Schweiz Zugang zu den IKT haben und damit kompetent umgehen können”, ist auf der Website einclusion zu lesen.
Seit 2007 gibt es in der Schweiz das Netzwerk “Digitale Integration Schweiz”. Dieses Netzwerk hat einen Aktionsplan verfasst, der die unterschiedlichen Engagements strukturiert. Aktionsplan und weitere Infos sind unter einclusion.ch zu finden.
Im PCTipp ist zu lesen, dass der amerikanische Geheimdienst bei der Entwicklung von Windows 7 Unterstützung geboten haben soll. Die Fachzeitung stützt sich auf eine amerikanische Quelle. Dominante Marktstellungen bei Schlüsseltechnologien, wie sie Microsoft oder Google inne haben, sind für die “grauen” Organisationen zweifellos von Bedeutung. Dies kann nicht überraschen, wird aber dem einen oder anderen doch zu denken geben.
Diese Entwicklung ist für das Social Web insgesamt bedeutungsvoll: Wie dem Heise-Newsticker zu entnehmen ist, tritt das Studierendennetzwerk studiVZ der Initiative OpenSocial bei. OpenSocial wurde von Google lanciert und definiert Schnittstellen für die Entwicklung von Social-Web-Anwendungen. Ziel der OpenSocial-Initiative ist es, Tools im Rahmen unterschiedlicher Web-Plattformen einsatzfähig zu machen. Der OpenSocial-Initiative gehören beispielsweise auch MySpace oder Xing an. Facebook hingegen ist auf Distanz zu OpenSocial gegangen.
Gemäss Deutscher Welle bildet sich in Russland eine Weblog-Szene heraus, die – allein quantitativ gesehen – beachtlich ist. Skepsis formuliert der Sender jedoch bei der Frage, inwieweit Blogs sich als Alternative zur “klassischen” Presse etablieren können. Unklar sei auch die Reichweite der russischen Blogs. O-Ton:
“Ob Blogs das freie Wort in der russischen Gesellschaft effektiv fördern, ist umstritten. Denn die meisten Blogs handeln nicht von Innenpolitik, sondern persönlichen Erlebnissen. Ihre Reichweite ist begrenzt: Nur jeder vierte Russe hat Zugang zum Internet; vier Fünftel der Blogger leben in Moskau oder St. Petersburg.”
Quelle: Deutsche Welle
Das Morgenmagazin strahlt die Serie “Kinderreporter” aus. Kinder fragen Politiker. Jüngst ging es um das Internet. Nutzen Politiker das Internet? Nein, diese Frage ist nicht überflüssig. Ein Teil der befragten Politiker nutzt das Internet nicht wirklich. Es handelt sich dabei um namhafte Bundespolitiker. Speziell an ihren Antworten ist der teilweise süffisant wirkende Ton, mit der sie antworten: “In das Intenet bin ich – glaube ich – ein oder zweimal gegangen.”
Zum Morgenmagazin… (Sevenload)
Google nimmt klar Stellung. Die deutsche Regierung ist zurzeit daran, ein Gesetz zu forcieren, dass die Internet-Überwachung vereinfachen soll. Nun lässt sich Google dazu vernehmen: Falls dieses Gesetz Wirklichkeit werde, überlege sich Google, seinen Mail-Dienst in Deutschland abzuschalten. Es entspreche dem Prinzip von Google, die Anonymität von Mail-Usern zu schützen.
Allerdings bezweifle ich, ob diese Erklärung von Goolge die politischen Machtverhältnisse in Deutschland beeinflussen wird. Im Zuge des Anti-Terror-Impulses scheint es auf “Feinfühligkeit” bei staatlichen Zugriffen auf die Privatsphäre nicht mehr anzukommen.
Nachrichten vom Zaun: Spreeblick hat ein Blog eingerichtet – Name: G8 – , bei dem Privatpersonen direkt aus dem Demo-Geschehen berichten können, zum Beispiel via SMS. Für die Blogwelt ein interessanes Experiment. Der Stand der Entwicklung zeigt: Mit solchen Formaten werden die Diskrepanzen zwischen journalistischen Sichtweisen einerseits und Involvierten-Perspektiven anderseits sichtbarer als je zuvor. Genau aus dieser Diskrepanz lassen sich neue Informationen gewinnen. Inwiefern es hier sinnvoll ist, von “Bürgerjournalismus” zu sprechen, ist offen. Aber vermutlich ist es nicht ergiebig, bei definitorischen Nuancen zu verweilen. Spreeblick behält sich übrigens das Recht vor, Beiträge zu löschen, wenn sie rechtlich bedenklich sind.
Im Blog von Sarah bin ich auf einen interessanten Hinweis gestossen. In der Schweizer Gemeinde Birsfelden hat der Gemeinderat ein Blog aufgestartet und die damit verbundenen Intentionen deutlich formuliert:
“Das Birsfelden-Blog ist die zentrale Dialogplattform für das politische Leben der Gemeinde Birsfelden. ”
Und weiter:
“Hintergrund des Birsfelden-Blogs ist, dass sich dank neuen Internet-Technologien auch neue Formen der politischen Diskussion ermöglichen. Birsfelden möchte diese Möglichkeiten nutzen, um mit den Bürgern auf eine unkomplizierte und moderne Art und Weise in einen direkten Dialog zu treten. Birsfelden bloggt.”
Unter blog.birsfelden.ch zeigt sich ein “erfrischend” gestaltetes Weblog: Ja, es wirkt einladend auf mich… Für das Blog-Konzept ist die Agentur Messmer und Partner verantwortlich, hier bekannt über das Blog Arlesheimreloaded.
Wie in den Medien zu lesen war, hat die italienische Regierung ein Handy-Verbot an den Schulen erlassen. Zu einer anderen Position hat sich nun die österreichische Regierung durchgerungen. Die Handy-Nutzung soll nicht via Regierungsintervention geregelt werden, sondern an den Schulen selbst, ist aus dem zuständigen Ministerium zu hören. Dies berichtet Futurezone aktuell. Die Idee, den Umgang Jugendlicher mit der Mobiltelefonie “politisch” zu “lösen”, die italienische Lösung also, mutet kopflos an. Wenn nichts anderes an politischen Lösungsoptionen bleibt, wird bestätigt, was Vorurteile bereits aussagen: Lösungspotenziale der Politik können ganz schön beschränkt sein.
Wireless St. Gallen kommt gut voran. Ziel des Projektes: Im kommenden Sommer sollen die St. Gallerinnen und St. Galler kostenlosen Internet-Zugang haben. Seit dem 19.2.2007 sind die vier Hauptsendestandorte komplett ausgebaut.
“Um sich über diese vier Gateways in das Internet einwählen zu können, sind WLAN Router nötig, die mit einer speziellen Firmware betrieben werden. Ein Router der das Signal der vier Sender oder benachbarter Router empfängt, ermöglicht den schnellen und kostenlosen Internetzugriff für die an ihn per LAN-Kabel oder WLAN angebundenen PCs und Notebooks. Pro Haus bzw. Haushalt genügt ein WLAN Router, um allen sich in der Nähe befindlichen Computern Internetzugang zu bieten.”
Das Institut für angewandte Argumentenforschung (IFAA) hat zum sechsten Mal und wieder im Auftrag von Kantonen die Webseiten der Kantone begutachtet. Insgesamt: eine interessante Studie zum Thema “Bürgerinformation”. Zum Ergebnis schreibt das IFAA:
“Die fünf besten Kantonswebseiten mit bürgernahen Inhalten: Basel-Stadt gewinnt vor Jura, Nidwalden, Appenzell-Innerrhoden und Tessin. Der Aufsteiger des Jahres 2006 unter den 26 Web-Auftritten ist der Kanton Jura. Der Kanton Luzern verkauft sich als digitale Marke im Netz am besten.”
Zur Medienmitteilung (PDF) des Instituts…
In der Schweiz wurden Pilotversuche für die elektronische Stimmabgabe durchgeführt, und zwar in den Kantonen Genf, Neuenburg und Zürich. Nun legt das zuständige Amt die Auswertungen zu diesen Pilotprojekten vor. Der Bericht kann als PDF-Datei bezogen werden, er umfasst 80 Seiten. Insgesamt werden die ersten Versuche als positiv beurteilt. Damit ist die Zielrichtung klar: Künftig sollen mehr Schweizer und Schweizerinnen die Möglichkeit zur elektronischen Stimmabgabe nutzen können. Welches System zur Anwendung kommt, soll den Kantonen überlassen werden. Im Bericht wird übrigens auch die Studie erwähnt, welche von unserer Mitbloggerin Selina Ingold entwickelt wurde: “Welche Massnahmen sollen getroffen werden, damit E-Voting auch für Frauen attraktiv ist?”
In diesem Fall genügt der Verweis auf die Netzeitung. Eines Kommentars bedarf es in diesem Fall nicht, denn die Meldung spricht für sich: “Nur Zeitschriften, die einen Vertrag mit Microsoft unterschreiben, dürfen die neueste Vorabversion von Office veröffentlichen. Der Software- Konzern bekommt darin Mitsprache bei redaktionellen Inhalten zugesichert.” Weiter in der Netzeitung…
Dass das Internet bei Staatsschützern, bei Nachtwächtern aller Art, Überwachungsfantasien auslöst, ist weder neu noch überraschend. Doch die neuesten in der Sonntagszeitung dargestellten Absichten des Bundes dürften weiter gehen, als es selbst skeptische Beobachter vermutet haben. Da werden beispielweise in der Sonntagszeitung mögliche Überwachungsmethoden vorgestellt. Soll beim Provider oder bei Internet-Knoten interveniert werden. Oder ist eine dritte Variante effizienter?
“Diese dritte Variante läuft im Prinzip darauf hinaus, die so genannten ADSL-Router und Kabelmodems mit einer als Wanze funktionierenden Software auszurüsten, die im Bedarfsfall von aussen eingeschaltet werden kann.”
Nur ein Gedankenspiel von notorischen Schwarzmalern? Mitnichten. “Mit ersten Feldversuchen will der Dienst für besondere Angelegenheiten des Uvek bis Ende Jahr die Machbarkeit der drei Varianten prüfen. Für diese Tests wurden spezielle Nutzerkonten in der ganzen Schweiz eingerichtet”, schreibt die Sonntagszeitung (21.5.2006).
Wie das Bundesamt für Polizei berichtet, sind bei der Koordinationsstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität im vergangenen Jahr mehr Meldungen zu verdächtigen Internetinhalten eingegangen als die beiden Jahre zuvor. Die Koordinationsstelle bietet die Möglichkeit, via Internet problematische Inhalte zu melden. Konkret wurden im letzten Jahr 7345 Meldungen verzeichnet. Während in den Vorjahren Spam der häufigste Grund für die Kontaktnahme mit der Koordinationsstelle war, ging es im 2005 meistens um kinderpornografische Inhalte. Vor allem Chat-Rooms würden für Kinder ein Risiko darstellen. Methodenkritisch betrachtet, stellt sich die Frage, inwieweit ein Rückschluss von diesen steigenden Meldungszahlen auf eine Zunahme problematischer Entwicklungen im Internet möglich ist. Was mich betrifft, bleibe ich skeptisch.
© Reto Eugster – WordPress – Design: Vlad (aka Perun)