Zürich sammelt

Jugendbeteiligung via Facebook

Die Stadtzürcher Politik ist offensichtlich unter Druck geraten.

“Die illegale Party vom 10. September 2011 am Bellevue und die Ausschreitungen in der Folgewoche beim Central haben für grosse Aufmerksamkeit gesorgt”,

schreiben die Verantwortlichen in der Medienmitteilung. Dies ist der Hintergrund für die aktuelle Initiative, via Facebook ein “Beteiligungsprojekt” zu lancieren. Bis am 26. Oktober können Anliegen eingebracht werden.

Solche Projektideen klingen auf den ersten Blick gut usw. Die entscheidende Frage allerdings ist weniger, wie Anliegen an die Stadt gelangen, sondern wie die Stadt mit dem Horizont an Wünschen und Anliegen umgeht, den sie öffnet. Wer sich einbringt, wer mitdenkt und sich engagiert, will Konkretes, Entscheidendes, Absehbares bewirken können.

Hilfe per Social Web

Spiegel Online thematisiert aktuell die Bedeutung von Social Media für Fundraising und Spenden-Marketing. Ein Phänomen ist meines Erachtens dabei besonders hervorzuheben: Das Social Web ermöglicht Kleinstengagements von Helferinnen und Helfern. Denn teilweise werden nun für individuelle Probleme Geld und Sachmittel gesammelt, für regionale Projekte oder informelle Hilfsnetzwerke. Werden wir bald die Institutionalisierung der Helferkonferenz im Social Web erleben? Zum Artikel bei Spiegel Online

Vertrauenswürdig und am Gemeinwohl interessiert

2004 haben die Google-Gründer in einem Börsenbrief geschrieben: “Alle Informationen der Welt zu durchsuchen und zu organisieren ist eine ungewöhnlich wichtige Aufgabe, die von einem Unternehmen ausgeführt werden sollte, das vertrauenswürdig und am Gemeinwohl interessiert ist.” Dem gibt es nichts beizufügen…

Das hat Google nicht nötig

Kommentar

Google hat offenbar in 33 Ländern Fragmente aus dem Datenverkehr ungesicherter WLANs gespeichert – und dies bei Fototouren für Street View. Es handelt sich, gemäss Google, um Aufzeichnungen in 5-Sekunden-Sequenzen, um einen Fehler. Datenschützer sind zurzeit daran, offene Fragen zu klären. Soweit die Vorgeschichte.

Wer glaubt, Goolge habe es nötig, während Monaten durch die Strassen der Städte zu fahren und 5-Sekunden-Schnipsel zu sammeln, hat den Kern der Frage schlicht und einfach nicht verstanden. Google hätte ganz andere Möglichkeiten, auf Daten zuzugreifen, die bedeutend effektiver und effizienter wären. Um es klar zu sagen: Hier wird in der Möglichkeitsform gesprochen, um die (unvermeidliche) mediale Aufgeregtheit nicht leichtsinnig zu bedienen. Denn Google hat gute Gründe und existenzielle Interessen, Daten nicht missbräuchlich zu verwenden. Gerade weil alle Augen auf Google gerichtet sind, kann man sich hier sicherer fühlen als bei anderen Anbietern.

Google ist das euphorische Unternehmen schlechthin. In Hochzeiten der Euphorie ist die Gefahr gross, solche Fehler zu machen. Der Hauptfehler aber liegt meines Erachtens in der defensiven Informationspolitik von Google.

eInclusion in der Schweiz

Der Begriff ist auch in der Schweizer Politik verankert, spätestens seit 2007: einclusion. Unter diesem Label werden Partizipationschancen bzw. -defizite bei der Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) thematisiert.

“Der Bundesrat hat seit 1998 eine Strategie, die für die Informationsgesellschaft in der Schweiz grundlegend ist. Die Strategie betont, wie wichtig es ist, dass alle Einwohnerinnen und Einwohner der Schweiz Zugang zu den IKT haben und damit kompetent umgehen können”, ist auf der Website einclusion zu lesen.

Seit 2007 gibt es in der Schweiz das Netzwerk “Digitale Integration Schweiz”. Dieses Netzwerk hat einen Aktionsplan verfasst, der die unterschiedlichen Engagements strukturiert. Aktionsplan und weitere Infos sind unter einclusion.ch zu finden.

Geheimdienst 007

Im PCTipp ist zu lesen, dass der amerikanische Geheimdienst bei der Entwicklung von Windows 7 Unterstützung geboten haben soll. Die Fachzeitung stützt sich auf eine amerikanische Quelle. Dominante Marktstellungen bei Schlüsseltechnologien, wie sie Microsoft oder Google inne haben, sind für die “grauen” Organisationen zweifellos von Bedeutung. Dies kann nicht überraschen, wird aber dem einen oder anderen doch zu denken geben.

StudiVZ tritt OpenSocial bei

Diese Entwicklung ist für das Social Web insgesamt bedeutungsvoll: Wie dem Heise-Newsticker zu entnehmen ist, tritt das Studierendennetzwerk studiVZ der Initiative OpenSocial bei. OpenSocial wurde von Google lanciert und definiert Schnittstellen für die Entwicklung von Social-Web-Anwendungen. Ziel der OpenSocial-Initiative ist es, Tools im Rahmen unterschiedlicher Web-Plattformen einsatzfähig zu machen. Der OpenSocial-Initiative gehören beispielsweise auch MySpace oder Xing an. Facebook hingegen ist auf Distanz zu OpenSocial gegangen.

Mehr russische Blogs

Gemäss Deutscher Welle bildet sich in Russland eine Weblog-Szene heraus, die – allein quantitativ gesehen – beachtlich ist. Skepsis formuliert der Sender jedoch bei der Frage, inwieweit Blogs sich als Alternative zur “klassischen” Presse etablieren können. Unklar sei auch die Reichweite der russischen Blogs. O-Ton:

“Ob Blogs das freie Wort in der russischen Gesellschaft effektiv fördern, ist umstritten. Denn die meisten Blogs handeln nicht von Innenpolitik, sondern persönlichen Erlebnissen. Ihre Reichweite ist begrenzt: Nur jeder vierte Russe hat Zugang zum Internet; vier Fünftel der Blogger leben in Moskau oder St. Petersburg.”

Quelle: Deutsche Welle

“Browser? Was ist ein Browser?”

Das Morgenmagazin strahlt die Serie “Kinderreporter” aus. Kinder fragen Politiker. Jüngst ging es um das Internet. Nutzen Politiker das Internet? Nein, diese Frage ist nicht überflüssig. Ein Teil der befragten Politiker nutzt das Internet nicht wirklich. Es handelt sich dabei um namhafte Bundespolitiker. Speziell an ihren Antworten ist der teilweise süffisant wirkende Ton, mit der sie antworten: “In das Intenet bin ich – glaube ich – ein oder zweimal gegangen.”

Zum Morgenmagazin… (Sevenload)

Google will Anonymität schützen

Google nimmt klar Stellung. Die deutsche Regierung ist zurzeit daran, ein Gesetz zu forcieren, dass die Internet-Überwachung vereinfachen soll. Nun lässt sich Google dazu vernehmen: Falls dieses Gesetz Wirklichkeit werde, überlege sich Google, seinen Mail-Dienst in Deutschland abzuschalten. Es entspreche dem Prinzip von Google, die Anonymität von Mail-Usern zu schützen.

Allerdings bezweifle ich, ob diese Erklärung von Goolge die politischen Machtverhältnisse in Deutschland beeinflussen wird. Im Zuge des Anti-Terror-Impulses scheint es auf “Feinfühligkeit” bei staatlichen Zugriffen auf die Privatsphäre nicht mehr anzukommen.

Berichte vom Zaun

Nachrichten vom Zaun: Spreeblick hat ein Blog eingerichtet – Name: G8 – , bei dem Privatpersonen direkt aus dem Demo-Geschehen berichten können, zum Beispiel via SMS. Für die Blogwelt ein interessanes Experiment. Der Stand der Entwicklung zeigt: Mit solchen Formaten werden die Diskrepanzen zwischen journalistischen Sichtweisen einerseits und Involvierten-Perspektiven anderseits sichtbarer als je zuvor. Genau aus dieser Diskrepanz lassen sich neue Informationen gewinnen. Inwiefern es hier sinnvoll ist, von “Bürgerjournalismus” zu sprechen, ist offen. Aber vermutlich ist es nicht ergiebig, bei definitorischen Nuancen zu verweilen. Spreeblick behält sich übrigens das Recht vor, Beiträge zu löschen, wenn sie rechtlich bedenklich sind.