Seminar Social Media

Unser (Hans-Dieter Zimmermann und Reto Eugster) Seminar an der FHS St.Gallen, 11.5.2012. Links für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer (und alle Webflaneure)…

Die Maps zum Seminar sind als “SM-Seminar” gekennzeichnet und unter retoeugster.ch/maps zugänglich. Dort stehen übrigens auch andere Maps zur Verfügung, und zwar aus unserem Mapping-Projekt.

Fragen, weitere Diskussion: Gerne z.B. mit Twitter, @vorinstanz

Andere angesprochene, diskutierte Webressourcen:

YouTube-Video, Schulsozialarbeit
http://bit.ly/IQC6zJ

Sozialarbeit an der Front (Tagungsreferat, zur Diskussion)
http://www.youtube.com/watch?v=FGVQfK6M-Lk

Referate (zur Diskussion)
http://www.youtube.com/watch?v=DuuRFvtTwgU
http://www.youtube.com/watch?v=cfGvEYxd6zg&feature=related 

Mapping-Tools und persönliches Wissensmanagement

Unter dem (nicht gerade glücklichen) Begriff des “persönlichen Wissensmanagements” werden Verfahren und Methoden verstanden, die der Organisation von Information dienen, und zwar im Hinblick auf die Alltagsanforderungen (Relevanzaussagen) einzelner Personen. In diesen Verfahren spielen informatische Hilfsmittel eine wesentliche Rolle.

Wenn es darum geht, Bedeutungsräume zu schaffen, indem Informationsaspekte in einen Zusammenhang zueinander gebracht werden, drängen sich Mapping-Verfahren auf. Ich habe skizzenhaft ein Map erstellt, das Ueberblick über verschiedene Mapping-Tools gibt. Dieses ist via Mindmeister abrufbar, http://retoeugster.ch/maps

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Mindmapping: Orientierung an der Kernaufgabe

Mindmap-Software, unser aktueller Stand: Drei Tools, die wir ausgiebig getestet haben. An unseren Lehrveranstaltungen Informationsvisualisierung kommen solche Werkzeuge vertieft zum Einsatz.

Freemind ist der (OpenSource-)Klassiker unter den Mindmap-Tools. Plattformübergreifend, besticht die Software gerade durch die Kargheit des Designs sowie die Nutzerführung. Freemind kommt ohne das Ueberladene, Ueppige aus, welches Mindmaps oft unübersichtlich macht und die Merkfähigkeit mindert. Die Anwendung fokussiert die Kernfunktionen des Mindmappings und spielt dabei ihre Stärken aus. Nach einer Einarbeitungs- und Eingewöhnungszeit fixieren sich Freeminder häufig auf dieses Werkzeug. Als OpenSource ist Freemind kostenlos erhältlich.

iMindmap ist von der Anwendungsphilosophie her das Gegenstück zu Freemind: Es bietet ein “sinnliches” Milieu, das hervorragend durchdacht ist und vom Geist des Mindmap-Erfinders Buzan umweht wird. Auch hier: Die Kernfunktion des Mindmappings wird anvisiert, während Mitbewerber sich an üppiger Funktionalität ausrichten (auszurichten scheinen). Eine Orientierung an der Kernfunktionalität entspricht dem, was User im App-Zeitalter erwarten. iMindmap ist in einer Basisversion kostenlos erhältlich. Dabei handelt es sich um ein vollwertiges Tool. Auch die anderen Versionen (Home und Students sowie Ultimate) werden zu angemessenen Preisen angeboten. Bei iMindmap ist ein Spassfaktor dabei, alles ist irgendwie “geschwungen” und wirkt wie eine originelle Farbskizze. Bei der Import-/Exportfunktionalität könnte mehr geboten werden.

XMind hat sich inzwischen breit etabliert und ist ebenfalls in einer kostenlosen Variante erhältlich. Auch hier bietet sich dem User eine durchdachte Oberfläche mit einer Konzentration auf die Kernfunktionalität. Im Gegensatz zu Freemind wird bei XMind eine höhere Grafiksensibilität geboten und diesbezüglich ist die Anwendung einfacher zu bedienen. Auch dieses Tool ist praxistauglich, bewährt und empfehlenswert.

Für ein starkes Tool unter den Online-Lösungen halten wir übrigens Mindmeister. Dieses kann in einer Basis-Version (3 Mindmaps) kostenlos getestet/genutzt werden.

Die kurz vorgestellten Tools sind auch in Mobile-Versionen nutzbar.

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Metanet senkt die Preise

Ein bisschen Werbung muss sein :-) Metanet, unserer langjähriger und vor allem bewährter Hosting-Partner, hat die Preise gesenkt. 27 GB kosten nur noch 6.70/Monat und dies bei vorbildlichen Supportbedingungen. Und jetzt wird es mit der Werbung noch unanständiger. Wer uns beim Buchen eines Hosting-Accounts als Vermittler angibt, unterstützt uns: Nummer 301131.

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Simple Apps, fette Tools

Mein Eindruck bleibt konstant, auch nach einigen Diskussionen. Während sich die App-Philosophie – eine Aufgabe, ein Tool, eine Kernfunktion, kaum Optionalität – nicht nur bei Smartphones durchsetzt, sind Entwickler wieder daran, Tools verfetten zu lassen. MS Office 365, so meine unmassgebliche Einschätzung, wird über das beworben, was es mehr kann als die Mitbewerber. Und nicht primär über das, was es speziell gut leistet. Solche Anwendungen sind mit einer letztlich unfassbaren Vielzahl an Optionen versorgt. Dies trifft nicht nur und vermutlich nicht speziell auf das neue Microsoft-Produkt zu. Wird der Markt, angesichts des Erfolgs der App-Phiolosophie, solche Entwicklungen goutieren?

Fusion Tables: integriert in GoolgeDocs

Zum Glück bietet Google den Service Fusion Tables weiterhin an, neu integriert in GoogleDocs (Beta).

Im Gegensatz zur DocsTabelle geht es bei Fusion Tables um das Handhaben (inkl. statistischer Auswertung) einer hohen Zahl von Datensätzen. DocsTabelle ist auf 400.000 Zellen pro Tabellenblatt limitiert. Natürlich reicht dies für die “Hausanwendung” allemal. Das reicht jedoch dann nicht, wenn grössere Literatursammlungen usw. zugänglich gemacht werden sollen. Stefan Münz hat vor mehr als einem Jahr einen Beitrag zu Fusion Tables publiziert: http://webkompetenz.wikidot.com/blog:83. Durch diesen Text wird der Sinn von Fusion Tables rasch klar.

Update: Anwendungsbeispiele für diese wichtige GoogleDocs-Erweiterung: http://goo.gl/nP0mQ

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Ende der Mail-Paradigmen

Die Internet-Entwicklung wird von “Mail-Paradigmen” mehr und mehr entkoppelt, dies zeigen aktuelle Studien. Junge favorisieren die Social-Media-Kommunikation. Kontakte via Mail verlieren an Bedeutung (Aussage bezieht sich auf Deutschland). @HolgerSchmidt im FAZBlog, http://bit.ly/sGfyM7.

Mittelfristig dürfte sich dieser Trend auf andere Altersgruppen und Nutzungstypen ausdehnen. Mail-getriebene Organisationen sind dabei, an ihre “kommunikativen Grenzen” zu stossen.

Und wieder verpasst die Schule ihre Chance?

Eine Polemik

Die Bereitschaft der profilierten Meinungsäusserung im Internet, das Bedürfnis, Information, Fotos, Videos usw. im Web zu teilen, die Hoffnung auf die Viralität “Sozialer Medien”, das Vertrauen, sich in Communities authentisch einzubringen: Wie kommt all dies zustande?

Ohne diese Wie-Frage zu beantworten, wird nicht verstehbar, weshalb User bereit sind, sich im Web zu exponieren. Und sie sind in beachtlichem Ausmass bereit, dies zu tun. Das zeigen die puren Fakten.

Erklärungen, welche dieses Phänomen verstehbar machen, sind mittlerweile in wissenschaftlich fortgeschrittenem Stadium. Zum Beispiel: Die Entwicklung des Selbstkonzeptes ist in hohem Masse auf die Erprobung der Vorstellungen über sich selbst angewiesen. Diese Erprobung findet in sozialen Zusammenhängen statt, im permanenten Vergleich mit der sozialen Umwelt. Ueberlegungen, die nicht neu sind, sondern auf Festingers Social Comparison Theory zurück gehen. Entstanden sind sie in den frühen Fünfziger Jahren.

“Soziale Medien” bieten ein bemerkenswert günstiges Umfeld für diese Erprobung. Denn in gewisser Weise bieten sie einen risikoarmen Raum. Zwar mag das rechtliche Prozessrisiko gesteigert sein (“Gefahren”) usw. Die soziale Riskanz jedoch ist geringer. Einzelne Aspekte des Selbstkonzeptes lassen sich spielerisch “ausprobieren”, das “Identitätsmanagement” lässt gerade in der sequenziellen Unverbindlichkeit des Netzes Spielraum für Selbstexperimente. Dadurch wird es möglich, sich selbst anders zu erfahren und die Grenzen der Selbstkontinuierung dehnbar zu halten.

Das permanente Ausrufen potenzieller Gefahren ist ungeeignet, “richtiges” Verhalten zu erreichen. Die Wucht des Social-Media-Trends ist zu gewaltig und zu nachhaltig, die Entwicklung zu weit fortgeschritten. Zahlreiche Sicherheitswarnungen waren schon gestern billig und sind heute nur noch ermattend. Obwohl sich die Unterscheidung Privatheit/Oeffentlichkeit lange Zeit zu bewähren schien, ist nun eine “dritte Zone” mitzudenken, die “öffentliche Privatheit”. Jugendliche lernen, übrigens eher im Web als in der Schule, sich an und in dieser “öffentlichen Privatheit” zu bewähren. Und sie erwerben Kompetenzen, auf welche Schulen höchstens schulische, jedoch keine pädagogischen Antworten finden. Der repetierte Ruf nach Prävention wirkt – angesichts der Blindheit gegenüber dem Phänomen der “neuen Exponiertheit” – wie ungehörte Marktschreierei zu Zeiten des Ausverkaufs.

Lifestream erzeugen

Einen Lifestream zu erzeugen, also Facebook-, Twitter-, Googleplus-Beiträge usw. in ein Blog einzubinden, kann angesichts der Verzettelung im Web sinnvoll sein. Dazu gibt es einige Ressourcen, auf die ich hier verweisen möchte. Vielleicht unterstützt dies den einen oder anderen Kollegen bei seinen Aufgaben.

Plugins: Ein leistungsstarkes Plugin ist lifestream (https://github.com/dcramer/wp-lifestream und http://www.enthropia.com/labs/wp-lifestream/). Ein zweites nützliches Tool nennt sich “WP-RSS Import” und ist hier zu bekommen: http://bueltge.de/wp-rss-import-plugin/55/.

Ein Googleplus-Feed lässt sich über diesen Link – http://plus-one-feed-generator.appspot.com/ – erzeugen. Twitter bedient RSS offiziell nicht mehr, jedoch lässt sich ein RSS-Feed nach wie vor erzeugen/einbinden, siehe http://twitter.com/statuses/user_timeline/accountname.rss.

Und noch zu Facebook: http://www.facebook.com/feeds/page.php?id=[Facebook-ID] ist nur noch nutzbar, wenn z.B. &format=rss20 beigefügt wird. Die eigene ID ermittelt man via http://graph.facebook.com/vorname.name.

Alles ohne Gewähr und entsprechend mit Vorsicht zu geniessen, zusammengetragen von einem Non-Profi. :-)

Update: Danke für die Tipps, die ich hier weiter gebe.
- Feed-Validator: http://goo.gl/Hj596
- Slideshare-RSS = “http://www.slideshare.net/rss/user/(username)”
- Network Publishing, Plugin, http://www.linksalpha.com/

Nichts verstanden

Die Rundschau des Schweizer Fernsehens widmet sich Facebook bzw. der Selbstdarstellung von Jugendlichen bei Facebook, ohne verstehen zu wollen (oder zu können?). Dass die Jugendlichen sich dabei fragwürdig im TV exponieren (müssen): kein Thema. Oder wurde dieser TV-Auftritt mit ihnen pädagogisch reflektiert? ;-)

Billiger Kulturpessimismus pädagogisch paraphrasiert, basierend auf altbewährten Klischees. Sensibilität für Fragen der Identitätsentwicklung, die in diesem Zusammenhang wichtig wäre, fehlt. Pädagogisch abgewogene Sätze mit diesem unverkennbaren Unterton werden durch die Sendeminuten geschoben: Alles mündet in die einzige Frage, welche eine solche Pädagogik imstande ist, zu stellen: “Darf man das?” (Schweizerdeutsch: “Tar ma da?”)

Fazit: “Die Ueberfülle der Antworten macht das Fragen überflüssig”, wie Christoph Schmitz-Scholemann u.a. in einem anderen Zusammenhang schreibt. Treffender ist nicht zusammenzufassen, was einem hier zugemutet wird.

Zürich sammelt

Jugendbeteiligung via Facebook

Die Stadtzürcher Politik ist offensichtlich unter Druck geraten.

“Die illegale Party vom 10. September 2011 am Bellevue und die Ausschreitungen in der Folgewoche beim Central haben für grosse Aufmerksamkeit gesorgt”,

schreiben die Verantwortlichen in der Medienmitteilung. Dies ist der Hintergrund für die aktuelle Initiative, via Facebook ein “Beteiligungsprojekt” zu lancieren. Bis am 26. Oktober können Anliegen eingebracht werden.

Solche Projektideen klingen auf den ersten Blick gut usw. Die entscheidende Frage allerdings ist weniger, wie Anliegen an die Stadt gelangen, sondern wie die Stadt mit dem Horizont an Wünschen und Anliegen umgeht, den sie öffnet. Wer sich einbringt, wer mitdenkt und sich engagiert, will Konkretes, Entscheidendes, Absehbares bewirken können.