Kommentar von Reto Eugster
Mediengezwitscher nach dem Mediengetwitter. Im Rahmen des Zertifikatslehrgangs Medienpädagogik wurde Stefan M. Seydel (/SMS) eingeladen, an einem Mediengetwitter teilzunehmen. Bereits die Ankündigung seines Auftritts führte zu Diskussionen, war doch zuvor ein Artikel in der Wochenzeitung WOZ erschienen, der sich kritisch mit Seydels rebell.tv auseinandersetzte. Dadaismus, politische Chaostheorie, Selbstdarstellung, Medienwelt 2.0? Als was wohl könnte bezeichnet werden, was einem hier begegnet? An dieser einen Frage verdampft die Diskussion um rebell.tv seit Jahren. Dass die “Rebellen” aus dem “Kanton Säntis” diese Frage aufwendig und vor allem systematisch unbeantwortet lassen, vermag keine politische Aussage zu begründen, ist unergiebig im Hinblick auf künstlerische Inspiration und öffnet keinen Blick in eine neue Medienwelt. In der “Welt 1.0″ gibt es die Idee der Argumentation und den Anspruch, auf Kritik mit mehr zu reagieren als mit Nebelbomben. Der politische Diskurs ist auf die Bereitschaft zur Argumentation angewiesen und die Form des Diskurses ist Voraussetzung für die Demokratisierung von Gemeinwesen.
Und dann noch dies: Dass die Wochenzeitung den Soziologen Niklas Luhmann als linken Theoretiker bezeichnet, ist mindestens verwegen. (Habe ich das richtig gelesen?)
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für mich ist das unterhaltung, joke, etc. warum so ernst?
Kommentar: tom – 31. Januar 2010 @ 23:19
Für mich ist das Selbstdarstellung. Das muss auch keinem politischen Programm genügen.
Kommentar: gogo – 04. Februar 2010 @ 16:32
um beim ende anzufangen: jaja! das hast du vollständig richtig gelesen. (eine referenz an staub-bernasconi?)
schade hast du das wort “verdampfen” nicht in anführungszeichen gesetzt. ein wichtiges wort in “die gas-these von rebell.tv”. diese thermo-dynamischen sprachbilder scheinen mir sehr zeitgemäss zu sein.
deine verwendung von “diskurs” teile ich im übrigen nicht. mit vilém flusser interessiere ich mich um “dialog”.
deine verwendung von “nebelbomben” tut so analytisch, höre ich aber mit dem “selbstoffenbarungsohr”. (das behält mir dich sympatisch!)
@tom: reto war (und ist mir noch heute) ein mir wichtiger dozent aus meiner studienzeit. ich finde es wunderbar, wenn einem professor die ex-studis nicht egal sind! (wo gibts das heute noch?)
@gogo: schon dein pseudonym verrät, dass du alles kennst, was selbstdarstellung anbelangt. lerne jetzt noch das wort http://de.wikipedia.org/wiki/Projektion_%28Psychoanalyse%29
Kommentar: /sms ;-) – 08. Februar 2010 @ 17:50
[...] (s. 48) und eben auch noch gefunden. ein feedback von einem ex-prof im bachelor-studium: medienpraxis.ch | habe kommentiert: "um beim ende anzufangen: jaja. das hast du ganz richtig gelesen. (eine [...]
Pingback: ((( rebell.tv ))) blog - die wissenschaft und die opfer ihrer beobachtung – 08. Februar 2010 @ 18:18
Zu den Kommentaren von SMS
Schon geht es weiter mit diesem Wirrwarr. Wo immer jemand Fragen an Herrn SMS stellt, wird es wirr. Dialog, Diskurs, egal. Auf diese Weise ist Verständigung nicht möglich. Es lohnt den Aufwand nicht.
Kommentar: udo008 – 09. Februar 2010 @ 17:38
@tom
Ich sehe bis zur Stunde keinen Grund, SMS und rebell.tv nicht beim Wort zu nehmen. Das verdienen die “Rebellen” aus dem Thurgau, finde ich.
Kommentar: Reto Eugster – 09. Februar 2010 @ 20:24
@SMS
Beim besten Willen: Ich werde aus deinen Kommentaren, lieber sms, nicht schlau. Zugegeben, das kann an mir liegen.
Zum Thema Diskurs vielleicht dies:
http://www.kommunicare.de/01_themen/016_sprache/Diskursbegriffe_2.htm
Und es ist korrekt, dass mich deine Argumente nicht gleichgültig lassen. Deshalb würde ich sie auch gerne (besser) verstehen.
Kommentar: Reto Eugster – 09. Februar 2010 @ 20:31
an alle gläubigen der präzisen klarheit:
1. gehöre ich – gott sei dank! – nicht zu eurer kongregation der reinen und wahren wahrheit. dass ihr mich dennoch zusätzlich exkommunizieren müsst, erfüllet mich mit wonne!
2. da eure kirche das feuilltonistisch tuende zeitungspapier scheint, hier eine portion nächste irritation der süddeutschen zeitung: http://blog.rebell.tv/p13679.html
@reto: der letzte abschnitt in deinem eintrag, hat mich besonders verwirrt:
“Und dann noch dies: Dass die Wochenzeitung den Soziologen Niklas Luhmann als linken Theoretiker bezeichnet, ist mindestens verwegen. (Habe ich das richtig gelesen?)”
an wen geht die frage?
- in meinen notizen im zettelkasten (blog) zum artikel in der WOZ habe ich mich über präszis diese zuordnung lustig gemacht. ich meinte zuerst, du hättest dich auf meine notiz bezogen und habe darum so meinen kommentar angefangen… (habe erst später erahnt, dass ich dies verwechselt haben könnte…)
[wobei: habe ja sch on oft dein "die gense des klieten" interpretiert. es passte prächtig zu unseren beob achtung zu den erfahrungen unseres spin-offs 1997 in e gmbh... die machbarkeit des klienten in einem simplen zweischritt zu demonstrieren: politisch *linker*, sozial *kritischer* hat das meines wissens weder ein linker noch ein netter zur darstellung gebracht. (auch silvia staub-bernasconi nicht! um deutlich zu werden!) aber welche sozialarbeitshorden sind darob in wehklagen und zähneklappern ausgebrochen? ganz im gegenteil. wolfgang c. müller sc hon. kann als video bei rebell.tv bezogen werden! abernu... wo war ich? ahja:]
um noch ein zweites “klares” beispiel zu zeigen: du verwendest den begriff “nebelbomben”. eine verquickung der schlagenden zeilen des artikels in der WOZ, welche erst du in deinem eintrag auf mich bezogen hast. die sprachlich kriegerische aggressivität ist beeindruckend und auffallend. wenn nun ein professor der sozialen arbeit (und ex-journalist!) diese aufmerksamkeitsspiele des aufmerksamsgeilen “huch!professionellen schurnalismus” nicht dekonstruiert, sondern sogar noch weiter treibt, personalisiert weiterschiebt und die unterstellungen und verdrehung bloss noch weiter schwurbelt… ähm… für mich hat wissenschaft noch immer etwas zu tun mit “abkühlen”… (um meinerseits (mir wichtige) thermo-dynamische metaphern zu nutzen.)
zum schluss: zu diesem thema hier noch ein dazu passendes werte- und entwicklungsquadrat von /tp: http://print.rebell.tv/p136.html
@udo008: ganz offensichtlich hast auch du die lizenz zum killen, wie dein kollege james007. (google mal nach: “mit soft skills softer killen”,
veröffentlicht in: sozial aktuell (schweiz) heft 1/Januar 2001; ruth back hat jene ausgabe auf einer deutschen sozialarbeitsseite rezensiert und sich darin wild auf meine seite geschlagen!)
meta: die unart pseudonüme zu verwenden, bloss zum noch unanständiger zu sein, empfinde ich eine unart. und da hier ja der eindruck erweckt wird, es könnte sich um einen wissenschaftlichen kontext handel, gar disqualifizierend.
bist du selbstdarsteller?
bist du exhebitionist?
bist du nazi?
und immer so weiter…
einfach bloss unanständige ausgangspunkte für ein anständiges gespräch mit einem unbekannten, bzw, mit einem annäherungsversuch an ein themenfeld, was ganz offensichtlich probleme bereitet, es zu beschreiben. dass ich mich als projektionsfläche für solche aggressionen anbiete, ist mir kein problem. ich suche es auch nicht. aber wenn es entstehen sollte, dann habe ich schon lange gesagt, wofür ich es nutzen täte: http://tv.rebell.tv/p1286.html
aber dass professionelle dieses minimum an selbstreflektion nicht mehr aufbringen wollen und ungefilter an meiner personen ausleben, im kontext von wissenschaft und lehrsettings (diverse masterlehrgänge, zu welchen ich eingeladen wurde!), empfinde ich umstandlos als eine beleidigung unter kollegen. (und tun es journalisten auf toten bäumen, dann ist mir dies bloss beleg dafür, dass ich auch in anderen artikeln über andere und anderes ein mir ehemals wichtiger bezugspunkt verloren habe. und umso dringlicher, andere bezugspunkte nötig werden. das hat dann etwas mit “markreife” zu tun und so. und ist aus der businessperspektive höchst interessant
es gehört zu den minimalsten gepflogenheiten in fachlichen angelegenheiten, dass vor der persönlichen diffamierung, ein interesse an fragen, fragestellungen und deren bearbeitungsweisen aufgeworfen werden. bloss weil http://rebell.tv am gleichen screen zur darstellung gebracht werden kann wie irgend eine andere sache, heisst das noch lange nicht, dass die gleichen ansprüche, die gleichen fragen, die gleichen methoden etc. etc. zur andwendung kommen. das ist ja wohl nicht schwierig zu verstehen. odr?
wenn nun aggressionen entstehen und damit angezeigt werden würde, dass es interesse an meinen themen besteht, dann könnte ja gefragt werden:
- was tust du da?
- was treibt dich um?
- wie setzt du deine sozialräumlichen erfahrung im netz ein?
- warum tust du es so und nicht ganz anders?
- welche feedbacks in bezug auf meine themen zeichnen sich bei dir ab?
- und gerne auch: wie finanzierst du ein solches ding, was keiner versteht?
- und was kann ein investor an einer solchen sache interessiert sein?
- welche finanzierungsmethoden eigenen sich für welche art von projekten?
- und immer so weiter
will sagen: wären die fragen von interesse und neugier getrieben, wäre es einfach. zuerst aber ein jemand mit allen ungewaschen wasser zu überschütten und ihm dann ein mikrofon unter die nase zu halten: ich weiss, wer so arbeitet. aber – mit verlaub – mich interessiern solche “methoden der erkenntnisgewinnung” grad nicht so fest
Kommentar: /sms ;-) – 11. Februar 2010 @ 18:48
Meine Bemerkung zu Luhmann bezieht sich auf den Artikel in der Wochenzeitung. Es ist eine Bemerkung, die – genau genommen – an den Journalisten des entsprechenden Artikels gerichtet ist. Und mein Titel ist natürlich der Versuch, aus dem besagten Artikel ein Wortspiel zu gewinnen.
@SMS
Mein persönlicher Kommentar, siehe Artikel, soll eine Diskussion in Gang bringen. Die Botschaft lautet: Unklarheit allein ist zu wenig usw. (siehe oben). Präzis darum geht es mir.
Du regst zur Diskussion an und das ist erfreulich. Ich habe den Faden aufgenommen und versucht, meine Meinung zu äussern. Dass DU gemeinst bist, ergibt sich aus der Tatsache, dass du der Hauptakteur am Anlass warst und dich öffentlich in die Debatten einbringst. Du bist eine Persönlichkeit, die im Web 2.0 wahrgenommen wird, wie bitte soll ich rebell.tv kommentieren, ohne dich zu meinen?
Weshalb soll es nicht möglich sein, auf deine Inputs zu reagieren? Ich sage auch gerne, dass ich es als Leistung empfinde, wie du in verschiedene Richtungen “irritierst” (inspirierst), wie du zu diskutieren motivierst usw. Es wird kontrovers diskutiert über eure Aktivitäten, dies hat insbesondere der Twitter-Anlass gezeigt. Was kann sich ein Sender sie rebell.tv mehr wünschen?
Dass ich mir mehr Klarheit wünsche, kannst du durchaus auch als Interesse verstehen. Hey, ich verfolge die Aktivitäten von rebell.tv mit, lese mit usw.: Wieso gleich diese Aufgeregtheit, kaum bringe ich meine Meinung ins Spiel? Du bist in deinen Aeusserungen jeweils (mindestens) so deutlich wie ich, und das ist gut so.
Fazit: Ich will deine Argumentation (Staat 2.0.) verstehen können. Und ich halte dir kein Mikrofon unter die Nase…
Kommentar: Redaktion – 12. Februar 2010 @ 18:14
@reto: weiss nicht, wie du darauf schliessen kannst, ich könnte davon ausgehen, dass auf meine inputs nicht reagiert werden solle… ganz im gegenteil! das ist ja einer der massiven unterschiede zwischen einem leserbrief in einer zeitung und einem kommentar unter einen eintrag hier… aber es gibt *natürlich* sprachliche, sprachbildliche unterschiede, haltungen, welche spürbar werden… um es an deinem eigenen beispiel zu zeigen. du schreibst (in deinem subtraktionistisch geführten blog, vergl. “textsorten erkennen” innerhalb von http://blog.rebell.tv):
“An dieser einen Frage verdampft die Diskussion um rebell.tv seit Jahren. Dass die “Rebellen” aus dem “Kanton Säntis” diese Frage aufwendig und vor allem systematisch unbeantwortet lassen, vermag keine politische Aussage zu begründen, ist unergiebig im Hinblick auf künstlerische Inspiration und öffnet keinen Blick in eine neue Medienwelt.”
du erhebst (vermutlich generell) den anspruch, mehr als unklarheiten zu generieren: es sollen diskussionen entstehen! (aus deiner luhmannschen tradition heraus leicht nachvollziehbar:) die steigerung von unklarhkeit ist nicht klarheit, sondern diskussion.
was aber meint “diskussion”?
ich habe die unterscheidung erwähnt, welche ich bevorzuge (diskursion/dialog nach flusser). du hast den link in punkt 7 zum nachlesen gehen (komischerweise mir und nicht deinen “mitdiskutanten”) gegeben. kurzum: weiss ich jetzt was du meinst mit “diskussion”? – nein. keineswegs. ich muss jetzt also zuschauen, was du tust. und ich will zeigen, was ich sehe:
die “kommentare” von den beiden anonymen “tom” und “udo008″ scheinst du in schutz zu nehmen. als legitime art sich an einer “diskussion” zu beteiligen. im gegenteil. dass – und wie – ich darauf reagiert habe, scheinst du eher befremdlich zu finden. als “aufgeregtheit” gar abzuwerten?
und: du hast in deinem eintrag, unter welchem wir hier “kommentare” hinterlassen die vorlage gemacht: ein präziser und pauschaler rundumschlag in vier richtungen! (zur sicherheit auf alles hauen, irgendwer wird dann wohl jaulen!) mit andern worten:
diskussion aufregen allein ist mir zu wenig.
verstehe ich dein fazit richtig? – ich wil *euch* zu diskussionen aufhetzen, aber ich selbst werde euch nicht zuhören…
Kommentar: /sms ;-) – 16. Februar 2010 @ 11:27
@reto “du kannst nicht nicht kommunizieren.” (habe ich vermutlich bei dir zum ersten mal gelernt.) will sagen: ich höre dich laut und deutlich ;-/
Kommentar: /sms ;-) – 18. Februar 2010 @ 10:01
@sms
Nur soviel noch: Beziehe nicht alles, was ich sage oder nicht sage auf Systemtheorie oder Herrn Luhmann usw. Das ist absurd und abstrus. Ansprüche formuliere ich bevorzugterweise selber, nur ungern lasse ich sie mir in den Mund legen. Du illustrierst mit deinen Beiträgen, was ich mit meinem Kommentar (Blog-Artikel) meinte. Wie soll auf diese Weise eine Diskussion zustande kommen, z.B. über deine “Staatskritik”? Für solche Formen der Diskussion bin ich nicht zu haben bzw. nicht geeignet.
Kommentar: Reto Eugster – 19. Februar 2010 @ 19:01
Ich habe meine Meinung schon geäussert. Für mich jetzt die Bestätigung. Es lohnt den Aufwand nicht. Das bringt so nichts. Vielleicht ist das Medium so zu langsam und es bräuchte eine twitterdiskussion. dann wärt ihr auch auf 140 Zeichen fixiert.
Kommentar: udo008 – 20. Februar 2010 @ 12:21
@reto: ich parafrasiere den eintrag 12: dein anspruch mit deinem eintrag hier (”Nebelbomben über Twitterland”) war, zum beispiel meine “staatskritik” besser zu verstehen und sie zu diskutieren. habe ich das jetzt richtig verstanden?
Kommentar: /sms ;-) – 22. Februar 2010 @ 12:36
Ja, genau. Mein Anliegen ergibt sich aus diversen Beiträgen von dir und insbesondere aus deiner Antwort auf den WOZ-Artikel. Es ist keine rhetorische Frage. Ich möchte diesen Punkt verstehen können.
Kommentar: Reto – 23. Februar 2010 @ 20:10
@reto danke für dein interesse an meinen fragen. ich werde eine
allfällig einladung ohne zu zögern gerne annehmen. (wie ich das auch
mit der anfrage deiner kollegen vom zertifikatslehrgangs
medienpädagogik gemacht habe.) für hier aber:
“in der “welt 1.0? gibt es die idee der argumentation und den anspruch,
auf kritik mit mehr zu reagieren als mit nebelbomben”, beleidigungen
und verunglimpfungen.
/sms
http://rebell.tv
Kommentar: /sms ;-) – 25. Februar 2010 @ 11:21
Verunglimpfung? Was in meinem Text ist verunglimpfend? Bitte konkret.
Kommentar: Reto – 04. März 2010 @ 13:18