Bloggen bedeutet, sich zu exponieren

Gemäss einer im Stern zitierten amerikanischen Studie betreiben rund 20 Prozent der Teenager, die über einen Internet-Zugang verfügen, auch ein Weblog. 38 Prozent lesen Weblogs. Alle Angaben beziehen sich auf die USA. Mit anderen Worten: Weblogs sind mehr und mehr Bestandteil der “Alltagskultur”. Dies führt dazu, dass sich amerikanische Blogger verstärkt exponieren, mit Folgen für ihren Alltag. Eine Rolle kann dies beispielsweise bei Bewerbungen spielen. Jugendliche sind sich offenbar dieser Wirkung oft zuwenig bewusst. Und wie wir wissen: Nicht nur Jugendliche. Der Stern geht in einem aktuellen Artikel den möglichen negativen Folgen der Selbstpräsentation im Internet nach

Wikimania 2005

Wikimania 2005: Vom 4. bis 8. August findet die Konferenz zu den Wikimedia-Projekten in Frankfurt am Main statt. Aus der Mitteilung der Initianten: “Wissenschaftler werden ihre Studien und ihre Erfahrungen mit der Wikipedia und anderen Projekten der Wikimedia Foundation präsentieren. Zentrale Themen der Konferenz sind die Wiki-Kultur, deren Technologie und die Welt des freien Wissens.” Genug Gründe für eine Reise nach Frankfurt.

Veröffentlicht unter Events

Neuer Aggregator für deutschsprachige Blogs

In der Schweiz ist ein neuer “Aggregator” angetreten, unsere Orientierung durch die Blogszenen (Plural) zu verbessern: commonsense.traduc.ch. Das Ziel: deutschsprachige Blogger sollen sich näher kommen und Netwerke bilden können. Die Initianten kündigen an, nach weiteren zusätzlichen Wegen zu suchen, wie das deklarierte Ziel zu erreichen ist. Noch soviel zu unseren Erfahrungen: Tatsächlich stossen viele User via die bekannten Aggregatoren zu uns. Führend diesbezüglich ist, was die Medienpraxis.ch betrifft, eindeutig blog.ch, gefolgt von Technorati.

Veröffentlicht unter Tools

Scribus in neuer Version

Die Desktop Publishing Software Scribus gibt es seit wenigen Tagen in einer neuen Version: 1.3.0. Die neue Auflage soll wesentliche Verbesserungen enthalten. Die Details können auf der Produkte-Website gesichtet werden. Scribus ist Open Source Software und läuft unter MAC OS sowie Windows.

Veröffentlicht unter Tools

Technorati-Ranking: ein Zwischenstand

Die Anzahl der Links, die auf ein Blog verweisen, wird zuweilen als ein Erfolgskriterium erachtet. Dabei kann als unbestritten gelten, dass ein Kriterium allein zur Erfolgsbestimmung letztlich nicht ausreicht. Es müsste z. B. auch berücksichrigt werden, um welche Art eines Links es sich handelt, wie lange das Blog bereits online ist usw. Vor diesem Hintergrund haben wir es dennoch gewagt zu eruieren, wie nach einem knappen Monat Internet-Präsenz die Medienpraxis bei Technorati gewertet ist. Als Referenzpunkte haben wir Schweizer Blogs ausgewählt (gemäss Impressum), die wir selber regelmässig besuchen. All diese Blogs

- gehören zu unserer Blogroll
- beschäftigen sich u. a. mit Micro Publishing
- sind deutschsprachig

Ergänzungen im Kommentarfeld sind erwünscht. Weiterlesen

Einflusslose Politblogs in der Schweiz

Das Blog eDemokratie zitiert eine Studie des Statistischen Amtes des Kantons Zürich. Demnach spielt das Internet in der Zürcher Politik eine untergeordnete Rolle. Über diese Studie ist in der Neuen Zürcher Zeitung berichtet worden. Zitat aus der eDemokratie: “In Sachen Propaganda erhalte noch immer die traditionelle Werbung in den Printmedien am meisten Beachtung. Anschliessend folgen Plakatwerbung und Flugblätter im Briefkasten, so die NZZ weiter. Der Gebrauch des Internets werde aber in der Zürcher Politik noch immer sehr selten genutzt. Nur Standaktionen oder Podiumsveranstaltungen würden Wähler noch weniger beachten als das Internet.” Einflussreiche Politblogs sind nach meinem Kenntnisstand in der Schweiz weit und breit nicht auszumachen. (Ich bin an Gegenbeispielen interessiert, so es sie gibt: bitte Kommentarfunktion nutzen.) Abschliessend wäre die Frage interessant, inwieweit und inwiefern in Zürich grundsätzlich über Politik Aufmerksamkeit zu binden ist…

Das Neue an den neuen Medien entdecken

Die “alten Medien” (wie man in der Blogszene polemisierend zu sagen wagt) entdecken das Bloggen. Zu diesem Schluss kommt, wer sich vergegenwärtigt, wer nun alles in den Blogger-Kreis eingetreten ist bzw. eintreten wird. Bleibt die Frage, ob wir nun schlicht den gewohnten Journalismus auf einem neuen Kanal erleben. Oder doch etwas Neues. Weiter beim Dienstraum

Kochanleitungen und Video News

Video-Blog (vblog) oder textlastige Blogs: Ist das – reichlich plakativ ausgedrückt – die Auseinandersetzung zwischen Bild- und Textkultur? Lässt sich daran das festmachen, was Postman für einem Schlüsselaspekt gesellschaftlicher Entwicklung hielt? Konkreter: “Während textbestimmte Kulturen von Abstraktion und Begrifflichkeit geprägt sind, kommt es in bildbestimmten Kulturen zu einer Art Umschmelzung der Welt. Bilder sind nicht widerlegbar, ihnen kann nicht mit Plausibilitätsregeln begegnet werden. Der Wert der Diskursivität verliert gemäss Postman an Bedeutung.” (Skript über Postman, RE, 1999)

Vermutlich holen solche Überlegungen zu weit aus. Und es bleibt die pragmatische und wenig originelle Feststellung, dass es gleichzeitig eine Zunahme von diskursiven Angeboten und Bildhaftem im Web gibt. Längst ist Postmans-These relativiert, und wir können viel bescheidener ansetzen: Welche Funktionen können Video-Blogs erfüllen? Markus Tressel vom Namics-Blog hat einige Vorschläge eingebracht: “Spontan denke ich … an Inhalte wie Kochanleitungen, Produkt-Demos oder Handbücher und Tutorials (wie zum Beispiel heute schon bei Typo3 vorhanden) oder aber in Kombination mit Diensten wie Google-Video an ad-hoc Video-News via Web.” Vor allem was die letztzen beiden Punkte betrifft: Damit sind interessante Anwendungsbereiche skizziert. Was micht betrifft, glaube ich nicht, dass sich darüber hinaus Video-Blogs durchsetzen werden. Blogs sind auf ein bestimmtes Mass an Diskursivität angewiesen. Und dazu braucht es … genau: Text. In Postmans Sinne.

Siehe auch
- Telepolis-Nachruf auf Postman
- Video-Blog-Verzeichnis

Hochschule: Gruppen-Weblogs bewerten

Weblogs im Hochschulkontext: Bardo Herzig fokussiert in seinem Weblog diese Thematik. Herzig ist an der Ruhr-Universität-Bochum, Institut für Pädagogik, tätig. Und er stellt auch gleich Kriterien für die Beurteilung von Gruppen-Weblogs (PDF) – im Lehr- und Lerngeschehen – zur Verfügung, im Sinne eines Diskussionspapiers. Angesprochen sind letztlich Fragen nach der Bewertbarkeit: “Die Gruppenweblogs sollen in die Bewertung des Seminars mit einfliessen. Sie sind ein zentraler Bestandteil der Kommunikation im Verlauf des Seminars. Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, alle Gruppenmitglieder im Gruppenblog gleich zu bewerten oder noch einmal eine Differenzierung nach einzelnen Gruppenmitgliedern vorzunehmen.”