Zurzeit mangelt es nicht an Veranstaltungen – Tagungen, Seminaren, Workshops – die sich mit den Möglichkeiten und Grenzen des Bloggens befassen. Wir haben verschiedene Berichte, Referate und Thesenpapiere diskutiert und für uns einen Zwischenstand formuliert. Das Ergebnis unserer Ueberlegungen besteht vorerst aus nichts anderem als – Behauptungen: Weiterlesen
Archiv für den Monat May 2005
Sind Politblogs langweilig?
Was mich betrifft, ist die Antwort eindeutig: Politblogs sind für mich langweilig. Ausnahmen? Kenne ich nicht. Die NZZ am Sonntag formuliert unter dem Titel “Schlafende Schweiz”: “Schwieriger [in der Schweiz] haben es Polit-Blogs, sofern es sie überhaupt gibt.” Es wird dann unter anderem das Blog der St. Galler FDP-Frauen erwähnt, frausinn.ch. Dieses Blog ist gut, weil es genau kein Polit-Blog ist. Der Hinweis auf den letzten US-Wahlkampf, bei dem Weblogs eine grosse Bedeutung gespielt haben sollen, hinkt ebenfalls. Damals setzten vor allem die Demokraten auf die “Macht der Weblogs”, welche die Wahlen ja dann auch gewannen… Doch das wichtigere Argument ist, dass diese oft erwähnten und zitierten Politblogs meistens nicht der Politisierung, sondern der Skandalisierung dienen. Jemand wird enttarnt, jemand anderer angeschwärzt, eine Fälschung entdeckt – und dergleichen mehr. Ansonsten wird Politik als Politikmarketing geboten: Eine Art von Marketing, die glauben machen will, es ginge um Argumente. Autorinnen und Autoren (oft Politikerinnen und Politiker), die permanent selbstdefinitorisch festlegen, wie sie sich politisch verortet sehen wollen, bieten, was man eh von ihnen erwartet: überraschungsfrei. Ganz und gar überraschungsfrei.
Weblogs an Hochschulen
Die Schule entdeckt Möglichkeit des Weblog-Einsatzes. Diesen Eindruck gewinnt, wer die aktuell führenden EduBlogs konsultiert.
Als Klassenblogs, Lerntagebücher, Dozierenden-Journale, Schüler- und Schülerinnen-Zeitung usw. sollen Weblogs eingesetzt werden.
An Hochschulen sind Weblogs bereits breiter eingeführt. Immer dann, wenn es um ein wissenschaftsorientiertes Lehr-/Lerngeschehen geht, müssen Studierende an die wissenschaftlichen Diskurspraktiken herangeführt werden. Weblogs können dafür das Mittel der Wahl sein. Die FHS St. Gallen, Fachbereich Soziale Arbeit, wird ab kommendem Herbst Weblogs bereits in einer zweiten Generation nutzen.
Die Studierenden sollen nicht nur Grundlagen einer Theorie usw. kennenlernen. Vielmehr sollen sie in die Art und Weise eingeführt werden, wie Debatten um theoretische Fragestellungen geführt werden. Das wissenschaftliche Prinzip besteht darin, Argumente aus Argumenten zu gewinnen – und wer wissenschaftsorientiert arbeiten will, muss die dazu notwenigen Verfahren und Methoden beherrschen.
Die Möglichkeiten von Weblogs sind in schulischen Kontexten anders zu bewerten als unter wissenschaftsorientierten Bildungsbedingungen.
Eine Wiki-Weblog-Kombination
Wiki- und Weblog-Konzeptionen aufeinander zu beziehen und in einer Kombination nutzbar zu machen, ist Ziel einer Dissertation. Sven Przepiorka ist der Autor, der sich diesem Unterfangen widmet. Wiki- und Weblog-Konzeptionen haben je ihre spezifischen Stärken, die allerdings gleichzeitig auch ihre Schwächen sind. Weblogs beispielsweise sind an die temporäre Dimension gebunden. Przepiorka hat den Gegenstand seiner Dissertation in einer gut verständlichen Sprache der breiteren Oeffentlichkeit zugänglich gemacht. Zu seinem Artikel…
Wer stört hier wessen Party?
[hanno] Um mit dem Geständnis zu beginnen: Ich verstehe nichts – ganz und gar nichts – von Fussball. Weil Blogs dazu da sind, dass sich Leute wie ich über Geschehnisse äussern können, von denen sie nichts verstehen, kommentiere ich den aktuellen Fussballskandal. Es geht (natürlich) um das abgebrochene Spiel Inter gegen AC, um die Ausschreitungen von Fans. Als Folge der Zwischenfälle sollen nun Spiele ohne die Zuschauer stattfinden. Ich stelle mir dies als Strafe und Sicherheitsmassnahme zugleich vor. Aber wäre es nicht besser, statt auf die Zuschauer auf die Spieler zu verzichten? Denn eigentlich stören doch die Spieler die Party der Zuschauer – und nicht umgekehrt.
Ersatz-Berlin
Das heutige Weblog-Portrait widmet sich einem Berlin-Ersatz… Weiterlesen
Technik und Denkart
Die grösste Schweizer Bank, die UBS, ist zurzeit daran, ihre informatische Plattform grundlegend neu zu gestalten. Gemäss Neuer Zürcher Zeitung (NZZ) dürfte es sich um eines der grössten Software-Entwicklung-Projekte handeln, die je in der Schweiz lanciert wurden. In der NZZ werden Projektverantwortliche interviewt (29.4.2005). Dabei macht Zoltan Majdik, einer der Verantwortlichen, eine bemerkenswerte Aussage:
Die grösste Herausforderung war nicht die Technik. Die grösste Herausforderung war, den Mitarbeitern eine neue Denkart zu vermitteln.
Die Frage ist in solchen Zusammenhängen – und nicht speziell bezogen auf das UBS-Projekt – wie das nötige Wissen in die Projekte kommt, um “Denkarten” zu verändern. Arbeiten Fachleute der Sozialpsychologie, der Bildungswissenschaft oder Soziologie usw. mit? Was unumgänglich ist, ist Interdisziplinarität, die mehr ist, als eine Marketing-Aussage. Und genau an diesem Punkt beginnen die Probleme… Eine Antwort könnte lauten: Soziotechnik.
Artikel in der Neuen Zürcher Zeitung…
Ältere Menschen nutzen Internet verstärkt
Das Statistische Bundesamt (Deutschland) meldet eine überdurchschnittliche Zunahme der Internet-Nutzung durch ältere Menschen. Diese Meldung brachte es gestern sogar in die ARD-Tagesschau. Gegenüber 2002 ist im Jahr 2004 die Nutzungsquote bei Menschen ab 54 Jahren um 38 Prozent gestiegen. 22 Prozent der über 54-Jährigen nutzten 2004 das Internet, 58 Prozent der Gesamtbevölkerung. Die Männer sind in dieser Altersgruppe als Internet-Nutzer klar übervertreten, während bei den jüngeren Jahrgängen das Mann-Frau-Verhältnis praktisch ausgeglichen ist.
Jedes fünfte Blog ein WordPress-Blog
Wie das Blog von blog.ch berichtet, werden 20 Prozent der 311 bei blog.ch registrierten Blogs mit WordPress betrieben. Damit ist WordPress bei den blog.ch-Weblogs das mit Abstand am häufigsten genutzte Tool. Zweiter Platz: 8 Prozent nutzen das Pionier-Tool blogger.com. Movable Type folgt auf Platz drei.
Siehe auch: deutschsprachige WordPress-Ressourcen
Drei Spitzenreiter
Zum ersten Mal hat Sonews in dieser Woche eine Blog-Umfrage durchgeführt. 193 User haben sich daran beteiligt. Die Frage lautete: Welches Internet-Angebot für die Soziale Arbeit – nebst Sonews – bevorzugen Sie? Ergebnisse solcher E-Umfragen sind selbstverständlich mit einiger Vorsicht zu geniessen. Allerdings lassen sich aufgrund der ersten Ergebnisse Trends vermuten. Klar ist, hier haben nur User mitgemacht, die Sonews nutzen. Damit ist ein Filter gesetzt. Zudem hat sich nur ein sehr kleiner Teil der Sonews-User an der Umfrage beteiligt. Die Ergebnisse: Weiterlesen
Irrelevant, ganz und gar irrlevant
Wer die Berichterstattung über Weblogs in den Printmedien beobachtet, kann zwei Trends ausmachen. Zum einen werden Blogs als zweite Chance der Demokratisierung des Internets gesehen. Im anderen Fall werden Weblogs entwertet. Zu subjektiv und zu wenig ausgewogen seien die Texte, ohne relevante Inhalte eben. Persönlich schliesse ich mich der zweiten Deutung an. Weiterlesen
Sozial = simpel nutzbar
Software-Lösungen scheitern, weil sie bei Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen nicht die nötige Akzeptanz finden. Die nötige Akzeptanz finden sie nicht, weil sie sich im Alltagsvollzug als zu kompliziert erweisen. Ihre Kompliziertheit wiederum beruht auf dem Versuch, organisationale Komplexität im Eins-zu-eins-Verhältnis informatisch abzubilden. Und die Erkenntnis daraus: “Soziale” Software muss simpel sein. Jedenfalls ist dies die Meinung im Hause Socialtext. Zitat bei Heise: “Social Software ist … so simpel, dass die Leute sie gerne nutzen.” Socialtext bietet Wiki-Lösungen für Unternehmungen. Zum Artikel bei Heise…